W Uścisku Namiętności - Rozdział 7: Cienie przeszłości

Im Bann der Leidenschaft - Kapitel 7: Schatten der Vergangenheit

Der Brief in Rafaels Händen fühlte sich schwerer an, als er tatsächlich war. Die Worte seiner Schwester schienen zwischen den Zeilen zu flüstern, ein Echo aus einer Zeit, die er nicht mehr begreifen konnte.

Lila beobachtete ihn schweigend. Sie sah, wie seine Finger sich um das vergilbte Papier krampften, als würde er die Vergangenheit festhalten wollen, die ihm immer wieder entglitt.

„Was machen wir jetzt?“ fragte sie leise.

Rafael hob den Blick, seine Augen dunkel und nachdenklich. „Sie spricht von einem nächsten Schritt. Irgendetwas hat sie hier hinterlassen. Wir haben es nur noch nicht gefunden.“

Lila nickte. Sie fühlte, dass sie kurz davor waren, ein weiteres Puzzleteil an seinen Platz zu setzen – aber gleichzeitig spürte sie eine unsichtbare Bedrohung, die sich mit jeder neuen Entdeckung verdichtete.

***

Sie durchsuchten die Kommode, jede Schublade, jede Ritze im Holz, doch es gab nichts weiter als Staub und vergangene Erinnerungen.

„Vielleicht ist es nicht in der Kommode,“ murmelte Lila und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. Das Licht fiel durch das zerbrochene Fenster und ließ eine schwache Staubspur sichtbar werden, die sich an einer der Holzwände entlangzog.

Sie trat näher und strich mit den Fingern über das Holz. „Hier… sieh mal. Das sieht aus, als hätte jemand daran herumgekratzt.“

Rafael trat neben sie und legte die Hand gegen die Wand. Dann klopfte er vorsichtig dagegen – das Geräusch war hohl.

„Da ist etwas dahinter.“

Mit vorsichtigen Bewegungen begann er, das brüchige Holz zu lösen. Es dauerte nicht lange, bis ein kleines Fach sichtbar wurde, verborgen hinter einer losen Planke.

Lila hielt den Atem an, als Rafael eine kleine, in Stoff gewickelte Box herauszog.

„Das hat sie hiergelassen.“

***

Rafael löste den Stoff, und zum Vorschein kam eine kleine schwarze Ledermappe. Er öffnete sie, und darin befand sich ein Bündel vergilbter Papiere – und eine Fotografie.

Lila nahm sie vorsichtig in die Hand. Es war ein altes Bild, auf dem Rafaels Schwester mit zwei Männern zu sehen war. Die Gesichter der Männer waren unbekannt, doch auf der Rückseite stand eine handschriftliche Notiz:

„Vertraue niemandem. Sie wissen, dass du suchst.“

Lila spürte einen kalten Schauer über ihren Rücken laufen. „Das klingt nach einer Warnung.“

Rafael nickte. „Meine Schwester wusste, dass sie beobachtet wurde. Diese Männer… einer von ihnen muss mit ihrem Verschwinden zu tun haben.“

Er griff nach den anderen Papieren und überflog die ersten Zeilen. Einige waren Notizen, andere wirkten wie Briefe – aber einer fiel sofort ins Auge.

„Hier“, sagte er und zeigte auf eine Adresse. „Das ist nicht weit von hier.“

Lila beugte sich näher. „Glaubst du, dass dort der nächste Hinweis ist?“

Rafael zögerte. „Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.“

***

Gerade als Rafael die Mappe wieder zusammenpacken wollte, hörten sie ein Geräusch – ein leises Knacken draußen vor dem Haus.

Lila erstarrte.

Rafael legte einen Finger an die Lippen und schlich vorsichtig zum Fenster. Durch die zerbrochenen Scheiben konnte er eine Gestalt im Schatten erkennen.

Jemand war ihnen gefolgt.

Lila spürte, wie ihr Herz raste. Sie waren nicht allein – und jemand wollte nicht, dass sie weiter nach Antworten suchten.

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