W Uścisku Namiętności - Rozdział 9: Prawda w ukryciu

Im Bann der Leidenschaft - Kapitel 9: Die Wahrheit im Verborgenen

Die kühle Nachtluft brannte in Lilas Lungen, während sie sich in der engen Gasse hinter einem alten Lagerhaus versteckte. Ihr Herz raste noch immer von der Flucht, ihre Hände zitterten leicht, als sie sich gegen die raue Steinmauer lehnte.

Rafael stand dicht neben ihr, sein Atem schwer und kontrolliert. Seine Augen durchbohrten die Dunkelheit, suchten nach Bewegung, nach Anzeichen dafür, dass der Mann sie weiter verfolgte.

Minuten verstrichen. Stille.

„Glaubst du, er ist weg?“ flüsterte Lila.

Rafael wartete noch einen Moment, bevor er langsam nickte. „Für jetzt. Aber das bedeutet nicht, dass wir sicher sind.“

Er trat einen Schritt zurück und lehnte sich mit verschränkten Armen gegen die Wand. Der Mond warf fahles Licht auf sein Gesicht, und Lila erkannte den Schatten von Zorn und Unruhe darin.

„Dieser Mann… er wusste, dass wir in der Villa waren. Das bedeutet, dass er uns beobachtet hat – oder dass er wusste, dass wir dorthin gehen würden.“

Lila schluckte. „Das heißt, jemand hat ihn informiert.“

Rafael nickte langsam. „Und das bedeutet, dass wir nicht mehr nur nach Antworten suchen. Wir sind Teil von etwas geworden, das gefährlicher ist, als ich dachte.“

***

Plötzlich hörten sie Schritte – nicht hastig, sondern bedächtig, vorsichtig.

Rafael spannte sich an, griff instinktiv nach Lilas Arm und zog sie in den Schatten zurück. Ihre Atemzüge wurden flacher, ihre Sinne geschärft.

Dann sahen sie ihn.

Ein älterer Mann, schlank, mit grauen Schläfen und scharfem Blick, trat aus einer Seitengasse und blieb nur wenige Meter von ihnen entfernt stehen. Seine Hände waren erhoben, als Zeichen, dass er keine Bedrohung darstellte.

„Ich hoffe, ich erschrecke euch nicht“, sagte er mit ruhiger Stimme.

Rafael war sofort misstrauisch. „Wer sind Sie?“

Der Mann musterte sie kurz, dann zog er langsam etwas aus der Innentasche seiner Jacke – ein Foto. Er hielt es so, dass das Mondlicht darauf fiel.

Lila trat näher und sog scharf die Luft ein.

Es war dasselbe Foto, das sie in der Villa gefunden hatten – mit Rafaels Schwester und den zwei unbekannten Männern.

„Ich nehme an, ihr sucht nach ihr“, sagte der Mann. „Und ich kann euch helfen.“

Rafael trat nach vorn, seine Augen verengt. „Woher wissen Sie das?“

Der Mann seufzte. „Weil ich wusste, dass früher oder später jemand kommen würde. Ihr habt Fragen, und ich habe einige Antworten. Aber nicht hier.“

Er deutete auf eine schmale Seitengasse. „Kommt mit mir. Ich kann euch Dinge zeigen, die ihr wissen müsst.“

Lila warf Rafael einen unsicheren Blick zu. Konnte sie diesem Fremden trauen?

Doch dann stellte sich eine andere, noch wichtigere Frage:

Wie konnte er wissen, dass sie genau in dieser Gasse waren?

***

Rafael trat näher an den Mann heran, sein Blick lauernd. „Warten Sie. Bevor wir Ihnen folgen… Wie haben Sie uns gefunden?“

Manuel – so hatte er sich vorgestellt – lächelte leicht. „Ihr seid nicht schwer zu finden. Die Leute hier reden. Und es war nur eine Frage der Zeit, bis ihr in Schwierigkeiten geratet.“

Doch Lila spürte, dass das nicht die ganze Wahrheit war.

„Warum gerade jetzt?“ fragte sie misstrauisch. „Warum nicht vorher?“

Manuel seufzte. „Weil ich nicht sicher war, ob ihr wirklich nach ihr sucht – oder ob ihr nur Teil dieses Spiels seid.“

Lila lief ein Schauer über den Rücken.

„Welches Spiel?“ fragte Rafael scharf.

Manuel schüttelte den Kopf. „Ich werde es euch erklären. Aber nicht hier.“

Zögernd sahen sich Lila und Rafael an. War es ein Trick? Oder war Manuel wirklich ihre einzige Chance?

Rafael atmete tief durch, dann nickte. „Wir haben keine Wahl. Lass uns gehen.“

***

Sie folgten Manuel durch ein Netz aus dunklen Gassen, bis sie ein kleines, unscheinbares Gebäude erreichten. Er schob eine schwere Holztür auf und bedeutete ihnen, einzutreten.

Drinnen war es karg, nur ein Tisch, ein paar Stühle und ein altes Regal mit Büchern. Ein Stapel Dokumente lag auf dem Tisch, und auf einer der vergilbten Seiten erkannte Lila einen Namen – Rafaels Schwester.

Der Mann schloss die Tür hinter ihnen und setzte sich. „Setzt euch“, sagte er ruhig.

Rafael blieb stehen. „Bevor wir das tun – sagen Sie mir die Wahrheit. Haben Sie uns verfolgt?“

Manuel sah ihn einen Moment lang ruhig an, bevor er antwortete:

„Ich wusste, dass ihr in die Villa gehen würdet. Aber nicht, weil ich euch gefolgt bin – sondern weil sie es mir gesagt hat.“

Stille.

Lila erstarrte. „Rafaels Schwester?“ flüsterte sie.

„Ja“, sagte Manuel langsam. „Bevor sie verschwand, sagte sie mir, dass jemand nach ihr suchen würde. Dass es irgendwann so weit sein würde.“

Rafael ballte die Hände zu Fäusten. „Warum haben Sie dann nicht früher geholfen?“

Manuels Kiefer mahlte, als er einen Moment lang schwieg. Dann sagte er mit einer Stimme, die von einer schweren Wahrheit gezeichnet war:

„Weil ich Angst hatte.“

Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar